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Zeit ist Geld - oder ... oder nicht? Hatten die Menschen zu Zeiten, als es noch kein Geld gab, auch keine Zeit - oder vielleicht sogar mehr? Was kann Zeit außer Geld noch sein?

Ich glaube, das hängt davon ab, wie wir Zeit empfinden und nutzen. Da gibt es dann sehr viele Möglichkeiten, aber der Schlüssel liegt in etwas, das mehr Wert ist als Zeit und Geld, nämlich Aufmerksamkeit. Unsere Aufmerksamkeit ist es, um die wir uns kümmern müssen.

Wenn wir das tun, dann wenden wir unsere Aufmerksamkeit dem zu, was wirklich zält: Menschen, die wir lieben. Aufgaben, die uns fordern. Und Ablenkungen, die uns entspannen. Ja, und manchmal wenden wir unsere Aufmerksamkeit neuen Themen zu, die uns weiterbringen.

Chronos // Kairos ist so ein neues Thema und es stellt uns vor Fragen, auf die es Antworten zu finden gilt:

Wie kann ich meine Aufmerksamkeit konzentrieren?
... wenn so viele Dinge meine Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen.

Wie kann ich meine Aufmerksamkeit selbst lenken?
... wenn immerzu versucht wird, mir meine Aufmerksamkeit aus der Hand zu nehmen.

Wie kann ich Aufmerksamkeit auf mich lenken?
... wenn viele eigentlich nicht auf mich, sondern auf mein Geld aus sind.

Und wie kann ich Aufmerksamkeit für das bewahren, was wirklich meiner Aufmerksamkeit bedarf?

Das sind Fragen, die brauchte Mann und Frau sich vor einer oder zwei Generationen gar nicht zu stellen, denn viele Dinge waren einfach "geregelt" oder "ausgeschlossen". Man lebte, einfach. Nun haben wir endlich mehr, viel mehr Möglichkeiten. Doch wir haben gleichzeitig die Last diese Möglichkeiten zu bewerten und Entscheidungen zu treffen.

Leben ist zur Kunst geworden!

Die Antworten von früher funktionieren nicht mehr, einfach. Wir müssen uns etwas Neues einfallen lassen, eben wie ein kreativer Künstler, dem immer noch was einfällt - bis hin zum guten Schluss!

Aber kann man das lernen?

Nein, man muss es sogar lernen! Und für's Lernen gibt es Zugänge, die jeder von uns hat und die wir wieder frei machen müssen, weil wir sie lange nicht genutzt haben. Weil alles so gut organisiert war, einfach. Bis jetzt.

Wir sind aber bei dieser schwierigen Aufgabe nicht alleine. Wir machen das gemeinsam in der Gruppe - und wir haben zwei Begleiter, die schweigen zwar, weil sie Götter sind, aber sie haben uns viel zu sagen.

Chronos sagt uns, wie wir unseren Weg beschreiten müssen. Was wir -jawohl!- an Disziplin aufbringen müssen um auf dem Weg zu bestehen.

Kairos sagt uns, wie wir uns an Weggabelungen entscheiden und -noch viel wichtiger- wie wir die Weggabelungen erkennen.

Gelingen wird es dann, wenn wir uns in einer Balance zwischen den beiden Begleitern bewegen. Wenn wir an manchen Punkten hart zu uns sind und uns nicht aus dem Konzept bringen lassen und wenn genauso klar ist, wann wir uns zurücklehnen Können, um unser Segel einfach in den aufkommenden Wind zu halten.

"Selten fällt, wer richtig geht." Leonardo da Vinci
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